Ich bin ein Freund der Idee von Open Source. Ich verwende, wo es immer geht, Open Source auf meinen Rechnern und möchte nie wieder abhängig sein von Anbietern und Herstellern, die mir nicht sagen, was sie mit meinen Daten machen, die mir Code auf meinem Rechner installieren, von dem ich nicht weiß, was er macht, weil ich ihn nicht lesen kann, und die mich dadurch in eine immer stärkere Abhängigkeit bringen. Open Source ist für mich ein grundlegender Baustein meiner informationellen Selbstbestimmung. An dieser Stelle teile ich ein paar Erfahrungen mit, die sich im Laufe meiner nunmehr schon 25 Jahre währenden Beschäftigung mit Open Source angesammelt habe. Da ich vieles aus dem Netz herausgefischt habe, wofür ich dankbar bin, möchte ich einiges auch zurückgeben. Das gehört schlicht dazu. Open Source lebt nicht vom Verkaufen, sondern vom Teilen gemeinsamer Entwicklungsarbeit und gemeinsam erreichter Ziele.
Wilhelm Conrad Röntgen, der es vehement ablehnte, auf seine Entdeckung Patente anzumelden, obwohl sich die Industrie bei ihm die Klinke in die Hand gab, und stattdessen sogar in Windeseile durch das aktive wie gleichzeitige Verbreiten aller seiner Forschungsergebnisse zu den X-Strahlen verhinderte, dass andere sie für sich kommerzialisieren konnten, war ein echter Open Source Held.
Während der Coronazeit, als alles auf die Impfstoffe wartete, ist hingegen niemand auf die Idee gekommen, gleiches zu tun. Röntgens Vorgehen erscheint uns heute als weltfremd, geradezu wirtschaftlich selbstmörderisch. Ohne den großen Profit scheint es nicht zu laufen, glauben wir. Ich teile diese Meinung nicht und fühle mich wohl in meiner kleinen Open Source Blase.
Für Menschen, die einmal einen ersten Einblick auf das Betriebsystem Linux werfen möchten, welches das vielleicht prominenteste und mächtigste Beispiel für Open Source ist, eignen sich zwei kleine Videos, eines dafür, eines dagegen, vom gleichen Produzenten. Ich finde diese Videos als allererste Annäherung an das Thema sehr gelungen:
(Januar 2025)